Sauna-Bausatz zum selber bauen
Beim Entspannen gleichzeitig etwas für die Gesundheit tun? Kein Problem - in der Sauna. Das angenehme und reinigend empfundene Schwitzen findet hierzulande immer mehr Anhänger. Wem der Weg in die öffentliche Sauna jedoch zu weit ist, der regelmäßige Besuch zu teuer wird oder wer lieber für sich sein will, dem sei eine eigene Sauna empfohlen. Diese kann sich der handwerklich durchschnittlich begabte Sauna-Freund mit einem übersichtlichen Bausatz sogar selber bauen.
Dazu gibt es mittlerweile die Möglichkeit, sich einen kompletten Bausatz zu kaufen. Das bietet den Vorteil, ohne eine lange Suche alle benötigten Teile zusammen zu bekommen. Wer dagegen seine Sauna wirklich selber bauen will, der sollte sich nicht nur allgemein im handwerklichen sondern auch speziell im Bereich der Sauna sehr gut auskennen. Sonst sind ärgerliche und schwer behebbare Fehler vorprogrammiert.
Das richtige Holz für den Bausatz
Bei der Wahl des Bausatzes stellt sich zuerst die Frage nach dem Baustoff. Hier stehen verschiedene Holzarten zur Auswahl, die sich für die Sauna bewährt haben - nicht nur beim selber bauen. Die gängigsten sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden:
Abachi - dieses sehr helle afrikanische Holz ist splitter- und harzfrei. Der hochelastische Stoff erwärmt sich nur sehr langsam und ist aus all diesen Gründen hervorragend für den Innenausbau geeignet. Als einziger Nachteil wäre jedoch der hohe Preis für dieses Holz zu nennen.
Kanadische Hemlocktanne - mit einer schönen Maserung versehen besticht dieses Holz bereits durch sein Aussehen. Zudem ist es fast harzfrei und arbeitet auch nach dem selber bauen nur sehr geringfügig. Es speichert und gibt Wärme gleichmäßig ab, was für die Sauna einen großen Vorteil bedeutet. Allerdings wird der Bausatz auch mit der Hemlocktanne nicht gerade preisgünstig.
Tanne - dieser ebenfalls sehr helle Baustoff weist ausgezeichnete Wärmespeicherungseigenschaften auf. Darüber hinaus hat auch die Tanne einen sehr geringen Harzanteil. Sie wird in vier Qualitätsstufen eingeteilt, die selbstverständlich jeweils unterschiedlich viel kosten.
Nordische Fichte - das in Nordeuropa bevorzugte Holz eignet sich aufgrund seiner hohen Stabilität besonders gut für den Außenaufbau. Ebenfalls in vier verschiedene Kategorien unterschieden, kann die qualitativ hochwertigste jedoch auch im Innenbereich verwendet werden.
Im Innenraum finden zudem Espe und Linde Anwendung, da sie ebenfalls harzfrei und sehr weich sind. Für welches Holz man sich letztendlich entscheidet, es sollte aufgrund der Gefahr giftiger Verdampfungen unbehandelt und keinesfalls schmaler als 38 Millimeter sein, da es ansonsten zu Verformungen kommen kann.
Welcher Typ von Sauna
Ehe der geneigte Heimwerker sich jedoch daran machen kann, seine Sauna selber zu bauen, steht noch eine weitere Entscheidung an - welcher Art sie sein soll. Auch hier gibt es unterschiedliche Typen, die je nach Bausatz ihre Vor- und Nachteile aufweisen.
Der beliebteste ist die Massivholz- oder Blockbohlensauna. Diese gibt es in verschiedenen Bauweisen (mit senkrechten Verbindern oder Chaletverbindungen). Hierbei werden die einzelnen Bohlen im Aufbau entsprechend der Eckverbindungen zusammengesetzt und optimalerweise mittels einer durchgehenden Gewindestange gespannt. Diese Sauna bietet den Vorteil eines anspruchsvollen Äußeren sowie eines vergleichsweise einfachen Umzugs, ist jedoch in der Regel etwas kostspieliger.
Eine Elementsauna hingegen ist einfacher zum selber bauen. Zunächst wird eine Grundkonstruktion erstellt, auf welche im Anschluss innen und außen schmale Holzpaneele aufgebracht werden. Der entstandene Zwischenraum wird mit Dämmwolle aus Mineralstoff gefüllt. Eine Füllung mit Styropor mag zwar preiswert sein, ist jedoch nicht empfehlenswert. Definitiv abzuraten ist von sogenannten Preisbrechern , bei denen die Wände nur aus günstigen Spanplatten oder schmalen Hölzern bestehen. Der Wärmeverlust und die Gefahr der Verformung sind bei solchen Bauarten extrem hoch.
Die Minisauna drängt sich vor allem dann auf, wenn wenig Platz zur Verfügung steht. Sie sollte jedoch maximal zu zweit genutzt werden. Ansonsten kann schnell eine unangenehme Enge entstehen. Andererseits ist hier der benötigte Bausatz am kleinsten und somit besonders im Transport von Vorteil. Minisaunas gibt es in beiden oben genannten Bauweisen.
Der neue Raum für die Sauna
Um den Bausatz für die Sauna selber bauen zu können, müssen gewisse räumliche Voraussetzungen geschaffen sein. So müssen die Abmessungen müssen so gewählt werden, dass der Abstand der Sauna zur Wand wenigstens zehn Zentimeter beträgt.
Zudem sollte der Untergrund gefliest sein. Dies kann man mit geringem Aufwand in jedem Raum nachträglich vornehmen. Zudem ist es vorteilhaft, wenn der Weg in die Dusche und/oder einen eventuell vorhandenen Pool nicht zu lang ist.
Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt sind die entsprechenden elektrischen Anschlüsse. Hier gibt es gesetzliche Vorschriften, die in jedem Falle zu beachten sind. An dieser Stelle ist die Hilfe eines Elektrikers sicher nicht die schlechteste Idee.
Zu guter Letzt kann es nun endlich daran gehen die eigene Sauna mit Hilfe des Bausatzes selber zu bauen. Es spricht jedenfalls vieles dafür und abgesehen von ein wenig Aufwand wenig dagegen. Entspannen kann man dafür hinterher umso besser. Und natürlich gesünder.
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